Ungeduld bekämpfen ungeduldig sein

Warum man ungeduldig ist und wie Du Ungeduld bekämpfen kannst

Ungeduldig sein ist ein Zustand, der oft mit großem Schmerz einhergeht. Wir warten auf eine positive Veränderung in der Zukunft, um vergangenes Leid zu bekämpfen. Wie Du deine Ungeduld bekämpfen kannst erfährst Du in diesem Artikel – von Mike Orastella

Ungeduld bekämpfen ungeduldig sein

Zusammenfassung der Podcast Folge

Zu Beginn der siebten Folge teilte ich mit, dass das Thema Ungeduld eine sehr große Baustelle bei mir darstellt. Früher habe ich mir sogar eingeredet, es sei eine positive Eigenschaft, da ich so schneller zum Ziel käme und somit auch mehrere Aufgaben erledigen könne, als andere.

Mittlerweile muss ich eingestehen, dass Ungeduld eine negative Schwingung ist, die ein Warten auf Besserung ausdrückt. Um auf eine bessere Zukunft zu hoffen, nutzen wir die Gegenwart und warten, bis diese Zukunft eintritt. Gedanken wie: “Wenn ich nur endlich diesen neuen Job habe, dann wird alles besser”, oder: “Wenn ich nur so und so viel Geld habe, dann bin ich endlich glücklich” kommen dir wahrscheinlich sehr bekannt vor. Doch was hat es mit diesen Glaubensmustern wirklich auf sich?

Um vergangenen Schmerz zu vermeiden, hoffen wir auf Besserung in der Zukunft. Vielleicht haben wir sogar erkannt, dass dieser vergangene Schmerz eine wichtige Lektion war und uns gezeigt hat, dass wir so nicht mehr weitermachen möchten. Also träumen wir von einer Zukunft, in der alles besser wird. Wir visualisieren uns dieses Ziel. Wir fühlen uns gut dabei, wenn wir uns dieses Ziel ins jede kleinste Detail vorstellen. Und so hoffen wir, dass endlich der Tag kommen wird, an dem das Ziel, auf das wir so lange gewartet haben, endlich eintritt.

Und genau dieses Warten ist das, was die Ungeduld ausdrückt. Sehnsüchtig erhoffen wir uns diesen einen Moment, in dem alles besser wird. Dieses Warten ist mit großem Schmerz verbunden und drückt einen Mangel aus. Denn in diesem Moment, in diesem gegenwärtigen Jetzt, fühlen wir uns unvollständig. Also warten wir, bis es morgen besser wird. Doch dieser gegenwärtige Moment ist das einzige, das existiert.

Ungeduldig sein durch Mangel

Ich habe lange damit gerungen, mir einzugestehen, dass mein Streben etwas erreichen zu wollen, aufgrund eines Mangels resultierte. Vor knapp vier Jahren stand ich vor einem Scheidepunkt in meinem Leben. Ich hatte einen Berg an Schulden, Verpflichtungen und einen Beruf, der mich weder erfüllte, noch Sicherheit geben konnte.

So hatte ich mich entschieden, mein Einkommen zu erhöhen und sämtliche Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren. Ich sparte, was das Zeug hält. Ich nahm im Supermarkt die billigere Wurst, da ich so ein paar Cent sparen konnte. Ich tankte mein Auto nicht voll, um nicht zu viel Geld zahlen zu müssen. Ich schaute mich nach Möglichkeiten um, nebenberuflich etwas zu starten, um endlich einen Ausweg zu finden. So sagte ich mir ständig: “Wenn ich doch endlich ein wenig Geld übrig habe, dann wird alles besser”.

Ich wurde von einer Vorstellung in der Zukunft angetrieben, in der mein Leben besser war. Jeden Abend legte ich meine Aufmerksamkeit auf diese Zukunft. Ich schrieb mir auf, wie es mir gehen würde, wenn ich dieses Ziel endlich erreicht habe. Jeden Abend sprach ich Affirmationen. Ich setzte alles daran, diesen Mangel zu bekämpfen.

Nach einigen Monaten hielt ich es in meinem aktuellen Beruf nicht mehr aus. Ich erkannte, dass das Angestelltenverhältnis mir hier nicht weiterhelfen konnte. Egal, wie viel Zeit ich abends in meine Vision investierte, irgendwann musste ich mir eingestehen, dass mein Beruf nicht zu diesem Ziel passte. Also kündigte ich und ging volles Risiko als Selbständiger.

Doch auch das konnte meinen Mangel nicht beheben. Nun zeigte sich ein Mangel, der mir wenig Spielraum für Marketing übrig ließ. Einen Mangel an Kontakten. Ich redete mir ein: “Wenn ich doch nur Kunden habe, dann wird alles besser”.

Zu dieser Zeit wurde ich immer ungeduldiger. Ich war gefangen in einem Mangel und suchte meinen Ausweg in einer Vision der Zukunft, um die schmerzhafte Vergangenheit zu bekämpfen. Und genau dieser Mangel zog sich satte zwei Jahre durch mein Leben. Gepaart von einem unglaublichen Gefühl von Ungeduld. Ich konnte nicht mehr länger warten, endlich diese Zukunft zu leben, in der es doch endlich besser werden sollte.

Das Paradoxe an Zielen

Diese Ungeduld war nicht mehr länger zu ertragen. Ich versuchte geduldig zu sein und einfach weiter zu machen. Doch ich hatte Erwartungen in mich und in diese Zukunft. Ich hatte inzwischen zwei Jahre lang kaum noch Geld für schöne Erlebnisse investiert. Ich investierte jeden Cent in meine Bildung. Meine Lebensqualität litt so extrem, dass ich unzufrieden wurde.

So entschied ich mich, meine Firma zu schließen. Es war eine Niederlage, aber immerhin besser als dieses ständige Warten und die Ungeduld. So meldete ich mich vorübergehend arbeitslos. Dies war auch die Zeit, in der ich immer mehr spirituelle Wege betreten konnte. Das anfängliche Ziel, mein Leben selbstbestimmt in die eigenen Hände zu nehmen, war gescheitert. Mein Antrieb, eine bessere Zukunft zu kreieren, schien aussichtslos.

Es folgte eine Erkenntnis, die mich einige Zeit lang in tiefe Traurigkeit und Lethargie zog. Ich erkannte, dass jedes Mal, wenn ein Ziel auserkoren wird, aus der Fülle herausgetreten wird. Genau in diesem Moment begibt man sich sofort in einen Mangel. Denn wärst Du bereits in Fülle, müsstest Du kein Ziel formulieren, das noch perfekter wäre, als das Hier und Jetzt.

Es schien mir paradox zu sein. Wie soll man denn aus einem Mangel heraus etwas erreichen? Dieser Mangel ist ein Zustand geringer Schwingung, der Situationen mit ebenfalls geringer Schwingung in das Leben zieht. Das ist genau das Gegenteil von Fülle. Es ist unmöglich, Fülle zu kreieren, wenn im gegenwärtigen Moment ein Mangel existiert. Man manifestiert dann diesen Mangel und nicht die Fülle. Heißt das jetzt, dass es einfach unmöglich und demnach unsinnig ist, überhaupt Ziele erreichen zu wollen? Genau diese Frage beschäftigte mich viele Monate.

Ungeduld bekämpfen ungeduldig sein

Ungeduld bekämpfen durch Hingabe

Ungeduld entsteht immer, wenn wir uns auf seelischer Ebene unvollständig fühlen. Irgendetwas fehlt gerade, um vollends glücklich sein zu können. Meistens wissen wir nicht, was uns überhaupt fehlt. So betrachten wir unsere Vergangenheit und erkennen, dass wir so auf keinen Fall mehr weitermachen möchten. Dadurch entscheiden wir uns, den Fokus voll auf die Zukunft zu legen. In dieser Zukunft soll es uns endlich besser gehen, da wir dann irgendwie vollständig geworden sind.

Weder die Vergangenheit, noch die Zukunft existieren. Ja, Du kannst die Vergangenheit vor deinem inneren Auge aufleben lassen und viele Details erneut durchleben. Doch die Vergangenheit ist vergangen. Auch die Zukunft existiert nicht wirklich. Du kannst dir unendliche Möglichkeiten deiner Zukunft vorstellen, die irgendwie eintreten könnten. Manchmal auch so detailliert, dass positive Gefühle aufkommen. Doch die Zukunft ist nur ein Potenzial, eine Energie, die im Feld unendlicher Möglichkeiten manifestieren könnte.

Der einzige Moment, der existiert und in dem Du handeln kannst, ist Jetzt. Alles andere sind fiktive Illusionen. Nur jetzt kannst Du dich entscheiden. Nur jetzt kannst Du handeln. Und nur jetzt kannst Du leben. Doch genau dieses Jetzt wird immer dann als Mittel zum Zweck genutzt, wenn wir uns eine Zukunft kreieren wollen. Wir nutzen das Jetzt, um die Vergangenheit zu dieser Zukunft hin zu ändern und vergessen dabei, das Jetzt zu leben.

Doch in diesem Jetzt begeben wir uns dann in einen Zustand des Wartens. Wir warten auf Besserung, bis die Zukunft endlich alle Wunden heilt. Deine Schwingung ist Warten. Du nutzt das Jetzt und wartest. Daher wirst Du ewig warten, wenn Du nicht im Jetzt beginnst zu leben.

Der mir einzig bekannte Weg, endlich im Jetzt zu leben, ohne sich unvollständig zu fühlen und einen Mangel zu erzeugen, heißt Hingabe. Du kannst Ungeduld bekämpfen, indem Du dich diesem Moment voll und ganz hingibst. Das heißt, dass man alles akzeptiert. Jeder Fehler, jeden Schmerz. Alles, was wir in der Vergangenheit so dringend mit dieser Zukunft vermeiden wollten. Gib dich all dem hin und akzeptiere einfach. Gib dich auch der Tatsache hin, dass deine Zukunft keinerlei Bedeutung hat. Denn einzig dieser Moment ist von Bedeutung.

Nutze nicht diesen gegenwärtigen Moment als Mittel, eine bessere Zukunft zu kreieren. Nutze diesen Moment, um zu leben. Vielleicht ist dein aktueller Schmerz unterdrückt. Vielleicht möchtest Du diese Emotionen nicht fühlen. Gib dich all dem hin und akzeptiere. Auch diese Gefühle sind vergänglich und werden fortgehen. Indem wir alles akzeptieren, entziehen wir der Vergangenheit Energie und können diese freie Energie nutzen, das Hier und Jetzt zu kreieren. So haben wir unsere ganze Energie beisammen und können mit erhöhter Schwingung leben. So manifestieren wir mehr von den Dingen, die zu dieser erhöhten Schwingung passen.

Inzwischen habe ich meine Firma wieder gestartet und arbeite seit über einem Jahr mit großer Freude daran. Ich nutze die Tätigkeiten nicht nur, um einen Mangel zu bekämpfen und vergangene Themen zu heilen. Mit meinen aktuellen Tätigkeiten habe ich spirituelle und berufliche Interessen vereint, sodass ich mich mehr diesem Moment mit voller Freude hingeben kann. Du musst nicht darauf warten, dass es morgen besser wird. Du kannst jetzt schon damit beginnen, damit es besser ist.

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Mike
Author: Mike

Mich begeistert alles, was zu mehr Lebensenergie und Leichtigkeit führt. Alte Weisheiten und Mittel zur Selbsthilfe sind mir genauso wichtig, wie Energiearbeit und Stressabbau.

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