richtig kommunizieren im Beruf

Richtig kommunizieren im Beruf und dadurch Konflikte vermeiden

Kommunikation ist allgegenwärtig. Indem eine konfliktarme Sprache verwendet wird, kann man viele Konflikte vermeiden. Richtig kommunizieren im Beruf bedeutet auch, dass wir uns bewusst sind, wie Missverständnisse entstehen und diese so verhindern können.

richtig kommunizieren im Beruf

Zusammenfassung der Podcast Folge

Man kann nicht nicht kommunizieren. Denn selbst keine Reaktion ist eine Reaktion. Erhältst Du beispielsweise keine Antwort auf eine Frage, so ist das trotzdem eine Botschaft, mit der Du etwas anfangen kannst. Kommunikation kann sowohl verbal, also durch Worte, als auch nonverbal mittels Körpersprache, Mimik und Gestik ablaufen. Wir sind also ständig im kommunikativen Austausch mit unserem Umfeld.

Oft wird man im Berufsleben auch oft direkt mit Fehlern und Anschuldigungen konfrontiert, die man begangen hat. Solche Situationen bergen ein reges Konfliktpotenzial. Niemand möchte gerne von anderen beschuldigt oder bloßgestellt werden. Deshalb neigt man hier oft dazu, in Abwehrhaltung zu gehen und ebenfalls Vorwürfe zu äußern. Das Ergebnis ist dann meist ein Streit, der das Arbeitsklima langfristig schädigen kann.

Mal ehrlich, der tägliche Gang zur Arbeit ist nicht immer eine freiwillige Entscheidung. Wäre es nicht einfacher, die Zeit dort dann auch so angenehm wie möglich zu gestalten? Anstatt direkt mit Gegenanschuldigungen zu regieren, könnte man auch einfach eine konfliktärmere Sprache nutzen, um überhaupt erst mal keinen Konflikt entstehen zu lassen. Hierbei helfen Grundsätze der Kommunikation.

Jemandem Vorwürfe machen

Oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich tief versunken meine Blogartikel, so auch diesen hier, schreibe. Ich schenke dieser Tätigkeit 100% meiner Aufmerksamkeit. Über den Tag verteilt empfange ich oft Impulse, welche ich sofort niederschreiben möchte, damit ich diese sonst nicht aus dem Bewusstsein verliere. Sollte es mal vorkommen, dass ich diese nicht sofort aufschreiben kann, dann stresst mich dieser Umstand extrem. Genervt und gereizt führte ich dann zwar das aus, weswegen ich nicht das machen konnte, was ich präferierte, jedoch färbt diese negative Haltung dann oft auch auf mein Umfeld ab.

So kann es auch vorkommen, dass ich diese offen damit konfrontiere, dass sie mich gerade ablenken und ich diese Ablenkung nicht mag. Einerseits ist es natürlich gut (und auch ein Fortschritt im Vergleich zu früher!), dass ich meine Meinung und Wahrnehmung offen mit anderen teile, jedoch bemerke ich, dass diese Äußerung oft als Vorwurf aufgefasst wird. In meinem Kopf ergibt die Aussage jedoch Sinn. Denn wenn ich an meinen Texten schreibe, dann kann ich mich nicht auf Gespräche einlassen, da mich diese aus der kreativen Energie hinausbringen.

Doch wenn ich diese Aussage tätige, wird diese sehr oft anders aufgefasst. Die Gesprächspartner erkennen nur, dass ich ein wenig pampig auf die Frage antworte, die sie gestellt haben und darauf hinweise, dass sie mich regelrecht stören. Obwohl ich das gar nicht so offen ausgedrückt habe, entsteht hier also ein Konflikt.

Richtig kommunizieren im Beruf

Wie Missverständnisse entstehen

Wir gehen automatisch davon aus, dass unser Gesprächspartner denselben Wissensstand besitzt und auch die Informationen identisch sind. So können wir oft nicht nachvollziehen, wenn Meinungsverschiedenheiten vorliegen und reagieren hier mit Unverständnis. Oft verstehen wir die übermittelte Botschaft auch anders, als sie eigentlich ursprünglich gemeint war oder geben eine Mitteilung nach außen, welche dann anders verstanden wird.

Dieser Prozess kann auch mit dem sogenannten “4-Seiten-Modell” erklärt werden. Dieses Modell veranschaulicht, dass jede übermittelte Nachricht zunächst vier Ebenen der Information enthält. Zum einen hätten wir hier die Sachebene, welche die reine Information beinhaltet. Zum anderen die Beziehungsebene, die Selbstoffenbarung und den Appell. Hierzu ein Beispiel.

Bei geöffnetem Fenster sagt eine Frau zu ihrem Mann: “Mir ist kalt.” Auf der reinen Sachebene besagt diese Aussage einfach nur, dass die Frau friert. Doch oftmals verpacken wir eine Botschaft nicht so direkt, sondern verschleiern hier eine subkommunikative Botschaft. Die Beziehungsebene könnte aussagen, dass sie ihm vorwirft, dass er immer das Fenster offen lässt. Die Selbstoffenbarung könnte beinhalten, dass sie es nicht mag, wenn zu lange gelüftet wird. Zuletzt kann sie einen versteckten Appell äußern und ihn dazu auffordern wollen, das Fenster zu schließen.

Diese Botschaft kann nun aber auch vom Mann, also vom Empfänger, auf denselben unterschiedlichen Ebenen aufgenommen werden. Diese Ebenen müssen auch nicht immer übereinstimmen. So kann der Mann die Botschaft einfach auf der Sachebene verarbeiten und antworten, dass sie dann halt das Fenster einfach zu machen solle, wohingegen die Frau eher einen Appell äußern wollte. Eine übermittelte Nachricht kann also ein differenziertes Verständnis des Absenders und des Empfängers aufweisen. Hier entsteht also ein Missverständnis.

Richtig kommunizieren im Beruf

Oft entstehen solche Missverständnisse auch im Berufsleben. Ein Arbeitskollege wollte uns einfach auf einen Fehler hinweisen. Wir fassen diese Botschaft jedoch als Vorwurf auf. Laut unserer Auffassung denken wir dann, dass wir in seinen Augen nicht fähig seien, diese Arbeit auszuführen. Wahrscheinlich kommt dir dieser Gedankengang bekannt vor. Was können wir hier also tun, wenn wir solche Konflikte künftig vermeiden wollen?

Viele solcher Äußerungen sind einfach direkt und konfliktreich kommuniziert worden. Immer dann, wenn eine Beobachtung, die direkt auf ein Fehlverhalten von uns hindeutet, geäußert wird, fühlen wir uns schnell denunziert. Der Grund ist, dass solche Anschuldigungen oft das Wort “Du” enthalten, zum Beispiel: “Du hast das falsch gemacht!”. Sie streuen quasi direkt Salz in die Wunde. Besser wäre, in sogenannten Ich-Botschaften zu sprechen.

Bei einer Ich-Botschaft wird das Verhalten beschrieben, ohne es als schlecht zu bewerten. Denn bedenke: jede Handlung ergibt zum Zeitpunkt der Handlung zunächst Sinn für den Handelnden. Des Weiteren lenken diese Botschaften die Aufmerksamkeit auf die Wirkung, also die Gefühle, die dadurch beim Sprecher ausgelöst werden. Zuletzt wird noch ein Wunsch geäußert. Wir erinnern uns an das Fallbeispiel von mir, das ich oben erwähnt hatte.

Während des Schreibens dieses Artikels werde ich von Dir in einen Small-Talk verwickelt. Du merkst anhand meiner Reaktion, dass ich gerade nicht mit dir kommunizieren möchte. Plump antworte ich daher: “Du störst gerade.” Wie wirkt das nun auf dich? Was wäre wenn ich dies in eine Ich-Botschaft umwandeln würde? Diese konnte in etwa so klingen: “Ich habe beobachtet … (Wahrnehmung), dass ich während des Schreibens sehr konzentriert bin und mich nicht auf ein Gespräch einlassen kann. Dies lenkt mich dann leider zu sehr ab (Wirkung). Daher wünsche ich mir, dass Du warten würdest, bis ich den Artikel fertig geschrieben habe (Wunsch).

Richtig kommunizieren im Beruf bedeutet also auch, dass wir eine konfliktarme Sprache wählen. Dadurch fällt es uns viel einfacher, auf Kritik zu reagieren. Andernfalls kommt es lediglich zu einer Trotzreaktion beider Parteien und somit auch zu einem Konflikt.

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Mike
Author: Mike

Mich begeistert alles, was zu mehr Lebensenergie und Leichtigkeit führt. Alte Weisheiten und Mittel zur Selbsthilfe sind mir genauso wichtig, wie Energiearbeit und Stressabbau.

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