Entscheidungen treffen

Die Fähigkeit, Entscheidungen treffen zu können

Entscheidungen treffen ist eine Fähigkeit, die ein Mensch im Sinne seines freien Willens nutzen kann. Oft zögern wir dabei, uns zu entscheiden, weil wir Angst haben, uns falsch zu entscheiden. Dann entscheiden wir uns gar nicht oder noch schlimmer – wir überlassen es anderen – von Mike Orastella

Entscheidungen treffen

Zusammenfassung der Podcast Folge

Oft sind wir uns der Fähigkeit, eigene Entscheidungen treffen zu können, gar nicht bewusst. Wir suchen möglichst nach Entscheidungen, die einen Kompromiss darstellen und auch andere in unserem Umfeld weder einschränken, noch hindern.

Aus der Angst heraus, sich falsch zu entscheiden, zögern dann viele damit. Wir kennen weder die Konsequenzen, noch die Vorteile, die eine mögliche Entscheidung mit sich zieht. Das führt dann meistens auch dazu, dass wir uns gar nicht erst entscheiden, oder schlimmer: wir überlassen anderen die Entscheidung.

Dabei legen wir jedoch die Verantwortung für unser Leben in die Hände anderer. Diese entscheiden sowohl über unsere Gegenwart und unsere Zukunft, als auch die Vergangenheit. Dann können wir nie das wahre Menschsein voll und ganz genießen. Denn wir alle haben einen freien Willen und können jegliches Ereignis, das uns in dieser Gegenwart widerfährt, einfach so ändern.

Viele neigen auch eher, immer nur kurzfristige Entscheidungen oder Lösungen zu suchen, die eine schnelle Verbesserung der Lebensumstände ermöglichen. Oft kann man dabei aber beobachten, dass diese Umstände dann auch nur kurzfristig Besserung ermöglichen und wir dann schnell wieder in alte Muster und Umstände rutschen.

Die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen, hängt also davon ab, wie Du dich selbst und andere wahrnimmst. Welche Rolle in der Gesellschaft nimmst Du ein? Welche Konsequenzen kannst Du abschätzen und bist Du bereit, für diese auch die Verantwortung zu übernehmen?

Angst vor falschen Entscheidungen

Vor 3 Jahren versuchte ich mein Glück und habe mich entschieden, eine Selbständigkeit zu starten. So bildete ich mich nebenberuflich in der Finanzbranche weiter und erlangte notwendige Qualifikationen, diesen Beruf ausüben zu dürfen. Daraufhin kündigte ich meinen Job.

Kurze Zeit später, es war ein kalter Wintertag, kam ich mit dem Auto bei Glatteis von der Straße ab. Ich konnte nicht mehr reagieren und prallte in einen Baum. Obwohl sich die Geschwindigkeit in Grenzen hielt, konnte ich das Auto daraufhin nicht mehr starten. Es war sechs Uhr morgens und ich wartete über eine Stunde, ehe mein Auto abgeschleppt werden konnte und wartete eine weitere Stunde, ehe die erste Werkstatt öffnete.

Es war ein Totalschaden. Die Kosten, um das Auto zu reparieren, überstieg weit die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. Überhaupt hatte ich derzeitig nicht die Nerven, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Also sah ich mich gezwungen, das Auto aus der noch laufenden Finanzierung abzulösen. Satte 9.000€ kostete mich das ganze. Geld, das ich eigentlich als Marketingbudget eingeplant hatte.

Lange haderte ich mich dieser Situation und hatte oft Gedanken, dass ich mich falsch entschieden habe. “Hätte ich damals doch nur eine andere Straße genommen….”. Diese Gedanken quälten mich, da mir nun das Geld, das ich in die Firma investieren wollte, fehlte und so nicht so schnell wachsen konnte, wie ich mir das erhofft hatte.

Jahre später habe ich akzeptiert, dass ich selbst für diese Situation verantwortlich war. Es war Februar und der Winter wäre bald zu Ende gewesen. Ich entschied mich in diesem Winter aber, das Geld für neue Reifen zu sparen und wollte diese noch für die letzte Saison nutzen. Die Reifen waren also abgefahren, sodass sie wahrscheinlich einen erheblichen Anteil an diesem Unfall hatten. Dennoch hatte ich mich so entschieden und es kostete mich Kraft und Mut, im Nachhinein zu dieser Entscheidung zu stehen. Denn die Konsequenzen konnte ich weder erahnen, noch einschätzen.

Entscheidungen treffen

Ursache und Wirkung

Jeder Gedanke ist eine Ursache, deren Wirkung sich später entfaltet. Oft können wir die Wirkung weder abschätzen, noch einplanen. Um das besser verstehen zu können, greife ich gerne das obige Beispiel wieder auf. Um mehr Geld in meine neugegründete Firma investieren zu können, wollte ich an den Lebensumständen einsparen.

Motiviert, erfolgreich werden zu wollen, fühlte sich dieser Gedanke gut und richtig an. Eifrig sparte ich an allen Ecken, um später mehr Startkapital zur Verfügung zu haben. Ich war bereit, mein berufliches Potential selbst in die Hand zu nehmen und zu entfalten. Ich handelte dann dementsprechend, um dieses Vorhaben umsetzen zu können. Ich sparte vor allem im privaten Bereich.

So entschied ich mich auch, keine neuen Autoreifen zu kaufen und die alten, abgefahrenen noch eine Saison lang zu nutzen. Damals ergab das Sinn und trug positiv zu meiner Entscheidung bei, mit vielen finanziellen Rücklagen zu starten, damit mir auch der Existenzdruck erspart blieb. Das ging auch eine lange Zeit gut, bis ich natürlich irgendwann eines Besseren belehrt wurde.

Im Nachhinein war es dann natürlich immer leicht, an dieser Entscheidung zu zweifeln und mit den Umständen zu hadern. Und es kostete mich auch große Willenskraft und mentale Stärke, in dieser Situation trotzdem das Gute zu sehen und weiter nach meinen Zielen zu greifen. Denn tief in mir wusste ich bereits, welches physikalische Gesetz sich hier ausgetobt hatte.

Ein Gedanke ist ein ursächlicher Ursprung, der durch wiederholtes Denken mit Energie aufgeladen wird. Verknüpfen wir das durch positiv bewertete Emotionen, verstärkt sich dieser anfängliche Gedanke und resultiert in eine Entscheidung, die zu diesem Zeitpunkt Sinn ergibt. Dies verleiht die Energie, so zu handeln und uns zu verhalten, wie es zu dieser Entscheidung passt. Irgendwann später passt sich die Realität im Außen dieser Entscheidung an und ehe wir uns versehen, sind wir mit den Konsequenzen, egal ob positiv oder negativ, konfrontiert. Eine Entscheidung ist eine Ursache, deren Wirkung sich zeigen wird – garantiert.

Entscheidungen treffen mit Verantwortung

Alles beginnt also mit einem Gedanken, der dann aufgrund emotionaler Bewertung in eine Entscheidung mündet. Selbst, wenn wir uns den zahlreichen Konsequenzen noch nicht bewusst sind, ist diese Entscheidung zu diesem Zeitpunkt richtig. So gesehen ist es auch gänzlich unmöglich, alle Konsequenzen im Vorfeld zu kennen. Jedoch wird auch jede Entscheidung irgendwann eine Konsequenz mit sich bringen.

Dann ist es aber wichtig zu erkennen, dass diese negative Konsequenz ebenfalls ein Produkt der eigenen Entscheidung war. In diesen Momenten zweifeln wir jedoch an der Entscheidung. Vielleicht ändern wir sie auch ab und wollen die Situation zurück, die vor dieser Entscheidung Realität war.

Wiederholt sich dieses Muster, dann zögern wir irgendwann ganz, eine Entscheidung treffen zu müssen. Wir wollen diesen Schmerz vermeiden, lassen lieber alles beim alten oder geben die Entscheidungskraft gänzlich an andere ab. Aus der Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen, entscheiden wir uns lieber, uns gar nicht zu entscheiden.

Doch auch das ist eine Entscheidung. In der Kommunkationspsychologie nach Paul Watzlawick gibt es ein Modell, das besagt, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Man kann sich also gar nicht nicht verhalten, denn selbst wenn man nicht auf eine Situation reagiert, zeigt man eine eigene Reaktion. Also ist selbst eine Entscheidung, die man nicht trifft, eine Entscheidung. Wenn Du zögerst, dich für das eine oder andere zu entscheiden, dann entscheidest Du dich dennoch dafür, dich nicht entscheiden zu wollen. Aber auch das ist eine Entscheidung.

Es geht also nicht darum, immer die richtige Entscheidung treffen zu müssen, sondern sich dessen bewusst zu sein, dass jede Entscheidung gewisse Umstände mit sich bringt, die nicht so verlaufen können, wie wir es uns gehofft haben. In diesen Momenten dürfen wir Verantwortung übernehmen. Wir können niemals alles im Vorfeld vorausplanen. In unserer Macht liegt nur, wie wir darauf reagieren.

Indem Du Verantwortung für deine Entscheidungen übernimmst, wirst Du auch besser mit den negativen Konsequenzen umgehen können. Dann erhältst Du die Macht zurück, jede Situation durch deine eigene Entscheidung zu verlassen. Du hast immer die freie Wahl, dich zu entscheiden. Du hast immer die Möglichkeit, dein Leben zu verändern. Hab niemals Angst davor, dich falsch zu entscheiden, nutze deine Macht und wachse daran. Und es ist so einfach wie es klingt: Du musst einfach nur damit starten und deine eigenen Entscheidungen treffen.

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Mike
Author: Mike

Mich begeistert alles, was zu mehr Lebensenergie und Leichtigkeit führt. Alte Weisheiten und Mittel zur Selbsthilfe sind mir genauso wichtig, wie Energiearbeit und Stressabbau.

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