Kotodama – Die ursprüngliche Form der Reiki Symbole
Im ursprünglichen Reiki nach Mikao Usui gab es noch keine Reiki-Symbole. Stattdessen wurde mit Klang als Bewusstseinswerkzeug gearbeitet. Die schriftlichen Symbole sind Hilfsmittel und kamen erst später, um die durch die Kotodama transportierte Schwingung bildhaft zu beschreiben.

Einführung in die Kotodama Klangseelen
Wenn du Reiki wirklich in seinem Ursprung verstehen willst, dann solltest du einen Schritt hinter die heutigen Methoden zurückgehen. Zurück in die Zeit, bevor Symbole gezeichnet, weitergegeben und standardisiert wurden. Denn in der frühen Lehre von Mikao Usui gab es keine grafischen Symbole. Es gab Kotodama.
Kotodama bedeutet „Wortgeist“ und beschreibt die heilige Schwingung eines gesprochenen Lautes. In der japanischen Spiritualität gilt seit Jahrtausenden:
Klang ist Schwingung. Schwingung ist Bewusstsein. Bewusstsein formt Realität.
So verstand auch Usui seine Praxis. Sein Reiki war kein System aus Zeichen, sondern ein Weg der inneren Resonanz, der dich Schritt für Schritt in Einklang mit dem universellen Bewusstsein bringt.
Während du im westlichen Reiki Symbole „zeichnest“ oder „aktivierst“, geht es im ursprünglichen Reiki um etwas viel Tieferes: um die Vibration hinter dem Symbol, also den Klang, der dich mit dem Rei verbindet.

Die Kraft der Kotodama – Schwingung statt Zeichnung
In Usuis Zeit waren Kotodama reiner Klang und niemals ein gezeichnetes Symbol. Kotodama sind gesungene oder rezitierte Silben, die einen bestimmten Bewusstseinszustand aktvieren.
Wenn du Kotodama aussprichst oder innerlich schwingen lässt, geschieht etwas Wesentliches:
- Dein Atem wird langsamer und bewusster.
- Dein Ki, deine persönliche Lebensenergie, beginnt sich zu ordnen.
- Dein Bewusstsein öffnet sich für Rei, die universelle Quelle.
- Dein Herz tritt in Resonanz mit der Schwingung hinter dem Klang.
Kotodama wirken nicht über die Bedeutung des Wortes, Vorstellungskraft oder visuelle Aktivierung, sondern über die Frequenz, die sie in dir auslösen. Sie sind ein direkter Weg zu Usuis ursprünglicher Ausrichtung: Reinheit, Bewusstheit und Einheit.
Im traditonellen Japan gab es viele Kotodama-Formeln, noch lange bevor Reiki existierte. Allerdings integrierte Usui kein vollständiges Kotodama-System, sondern nur die Klangfolgen, die für seinen Weg relevant waren:
- Kotodama für Ki – hieraus entwickelte sich später das Kraftsymbol
- Kotodama für Herz–Geist – ursprüngliche Form des Mentalheilungssymbols
- Kotodama für zeitloses Bewusstsein – ursprüngliches Kontaktsymbol
- Kotodama für das Große Licht / Erleuchtung – Urform des Meistersymbols
Diese vier bilden einen vollständigen inneren Weg.

Die heutigen Reiki-Symbole – eine vereinfachte Form
Als Reiki über Hayashi und Takata in den Westen kam, wurden Kotodama durch visuelle Symbole ersetzt. Genauer gesagt durch die drei Symbole, die heute im 2. Reiki Grad gefunden werden können sowie das Meistersymbol im dritten Grad. Das machte es zwar leichter, Reiki in Workshops zu vermitteln, jedoch ging dadurch ein großer Teil des ursprünglichen Geistes verloren.
Symbole wurden zu mentalen Werkzeugen:
- Man zeichnet sie.
- Man visualisiert sie.
- Man „aktiviert“ sie.
Doch all das bewegt sich auf der Ebene des Ki – der persönlichen Energie. Es fehlt oft die innere Ausrichtung auf Rei, die kosmische Bewusstseinsebene. Das ist der größte Unterschied zwischen ursprünglichem und westlichem Reiki.
Rei und Ki – die zwei Ebenen des Reiki
Um das zu verstehen, hilft der Blick auf die beiden Kräfte, die im Wort Reiki zusammenkommen:
Rei (霊) – Das universelle Bewusstsein, das Große Licht, die Quelle allen Seins. Rei ist nicht manipulierbar. Du kannst dich ihm nur öffnen.
Ki (気) – Die Lebensenergie, die in deinem Körper und deiner Aura fließt. Ki ist persönlich, beweglich und formbar.
Kotodama wirken auf beiden Ebenen: Sie beruhigen das Ki und öffnen dich gleichzeitig für Rei. Symbole hingegen wirken hauptsächlich auf Ki, also auf die persönliche Energie. Sie ordnen, leiten und stärken, aber sie führen nicht automatisch in die Tiefe der universellen Präsenz.

Bedeutet das, die modernen Symbole sind „falsch“?
Nein, aber: Usui benutzte nur Kotodama. Seine engsten Schüler kannten die Kotodama, aber gaben sie nicht weiter. Stattdessen wurden grafische Symbole mit einem japanischen Namen eingeführt, die in etwa die äußere Funktion beschreiben, aber nicht den ursprünglichen Klang transportieren. Reiki-Symbole sind also nicht die ursprüngliche Form, sondern lediglich mentale Hilfsmittel.
Kotodama als Schlüssel zur ursprünglichen Reiki-Schwingung
Wenn du Kotodama praktizierst, trittst du automatisch in Kontakt mit dem, was Usui als das Große Licht (Dai Kōmyō) bezeichnete. Du gehst zurück zur Quelle, zur reinen Schwingung und zur Essenz.
Kotodama bringen dich vom Tun zurück ins Sein. Vom Denken zurück ins Spüren und von Technik zurück zu Bewusstsein. Sie sind eine Einladung, das Reiki wieder so zu erleben, wie Usui es meinte: als Weg der inneren Transformation und nicht als Werkzeug zur äußeren Anwendung.

Die wahre Essenz von Reiki
Diese optionalen Zusatzmodule begleiten dich parallel zu deinem Reiki-Grad und bringen dir den wahren Kern von Reiki mitsamt den ursprünglichen Kotodama nahe.
Beispiel für eine einfache Kotodama-Praxis
Diese Übung dient nicht dem „Aktivieren“ von Energie, sondern der Sammlung des Geistes und Öffnung der Wahrnehmung.
In vielen Kotodama-Traditionen gelten die Vokale selbst als die ursprünglichsten Klangträger:
- A – Öffnung, Ursprung, Sein
- U – Sammlung, Tiefe, Erdung
- E – Klärung, Bewusstsein
- O – Weite, Verbindung
- I – Präsenz, Geist, Fokus
Eine einfache Praxis besteht darin, auf der Ausatmung sanft den Laut „A“ zu tönen – drei Atemzüge lang. Aber ohne Absicht, sondern nur als Wahrnehmung. Spüre, wie sich der Klang im Körper ausbreitet. Im Anschluss drei Atemzüge mit Uuuuu…, was oft beruhigend, erdend und sammelnd wirkt. Selbiges mit Ooooo… (öffnet Wahrnehmung, Raumgefühl, Weite) usw.
Wenn du dich den Kotodama wieder öffnest, verbindest du dich mit dem ursprünglichen Kern des Reiki: mit der Schwingung des universellen Bewusstseins. Symbole können hilfreich sein, doch Kotodama führen dich tiefer.
Und je mehr du sie in dir schwingen lässt, desto klarer spürst du: Reiki ist kein System. Reiki ist ein Weg zurück in den Klang, aus dem alles entsteht.
