Kann Reiki Schaden anrichten oder negative Auswirkungen haben?
Kann man durch Reiki etwas verschlimmern oder sogar Schaden anrichten? Und warum gibt es Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Reiki gemacht haben? Heißt das, dass Reiki böse ist? In diesem Artikel möchte ich genauer hinschauen diese Fragen aus meiner persönlichen Erfahrung beantworten.

Ist Reiki immer positiv?
Wenn wir über Reiki sprechen, wird häufig davon ausgegangen, dass Reiki grundsätzlich positiv ist, weil es mit Liebe, Licht und Heilung verbunden wird. Du bist vermutlich auch schon auf Aussagen gestoßen wie: “Reiki ist Liebe. Reiki ist immer positiv. Reiki kann niemals etwas Schlechtes bewirken.”
Ich kann nachvollziehen, woher diese Vorstellung kommt. Schließlich verbinden viele Menschen mit Reiki Entspannung, Wohlbefinden und die Möglichkeit, sich selbst etwas Gutes zu tun. Trotzdem halte ich es für wichtig, zwischen Reiki selbst und unserer Vorstellung davon zu unterscheiden.
Für mich ist Reiki grundsätzlich neutral und formlos. Es ist die universelle Lebensenergie, die durch alles Lebendige fließt. Reiki, also universelle Lebensenergie, ist eine formlose Urkraft, die universell wirkt. Wobei mit Rei die kosmische Bewusstseinsebene gemeint ist und Ki als deine persönliche Lebensenergie zu verstehen ist. Erst durch unser Bewusstsein, unsere Klarheit und unsere Absicht geben wir dieser Energie eine bestimmte Richtung, sodass sich unser Ki auf das kosmische Rei ausrichten und für Harmonie sorgen kann.
Es ist also nicht von sich aus gut oder böse. Es ist auch keine höhere Instanz, die über uns urteilt und es verfolgt auch keine menschlichen Ziele. Das lässt sich anhand einees einfachen Beispiels verdeutlichen. Stell dir vor, ein Mensch nutzt seine Fähigkeiten, um anderen zu helfen. Ein anderer Mensch nutzt seine Fähigkeiten, um sich selbst auf Kosten anderer zu bereichern. Die Fähigkeit an sich ist nicht zwangsläufig das Problem. Entscheidend ist auch, wie der Mensch sie einsetzt und welche Absichten er verfolgt.
Ähnlich sehe ich das mit Reiki. Wenn jemand Reiki praktiziert, um anderen Menschen zu helfen, und dabei verantwortungsvoll handelt, ist das etwas anderes, als wenn jemand seine vermeintlichen Fähigkeiten dazu benutzt, Menschen einzuschüchtern, abhängig zu machen oder finanziell auszunutzen. In einem solchen Fall würde ich nicht sagen, dass Reiki selbst böse geworden ist. Vielmehr nutzt ein Mensch seine spirituelle Praxis auf eine Weise, die anderen schaden kann. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ja, auch in der Reiki-Szene gibt es Menschen, die mit Angst arbeiten, übertriebene Versprechungen machen oder anderen einreden, sie seien ohne weitere Einweihungen oder Behandlungen nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen. Solches Verhalten sollte man immer kritisch hinterfragen. Eine spirituelle Methode ist nämlich kein Freibrief dafür, die Verantwortung für das eigene Handeln abzugeben.

Kann Reiki selbst Schaden anrichten?
Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus habe ich bisher nicht erlebt, dass Reiki selbst Schaden anrichtet. In unzähligen Fallbeispielen habe ich erlebt, dass Reiki entweder einen Prozess unterstützt oder dass sich keine erkennbare Veränderung zeigt. Ich habe deshalb keinen Grund, Reiki grundsätzlich als etwas Gefährliches zu betrachten.
Das heißt, dass sich nicht jede negative Erfahrung nach einer Reiki-Anwendung automatisch auf Reiki zurückführen lässt. Ebenso wenig lässt sich aus meinen persönlichen Erfahrungen beweisen, dass unter allen Umständen jedes Risiko ausgeschlossen ist. Wenn jemand nach einer Anwendung Beschwerden entwickelt oder sich sein Zustand verschlechtert, sollte man die Verfassung der Person und die Lebensumstände genauer betrachten. Psychisch labile Menschen beispielsweise neigen bei ungewünschten Effekten schneller zur Überforderung, als jene, die Erfahrung mit spiritueller Schattenarbeit haben.
Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen einer Veränderung, die zeitlich nach einer Reiki-Anwendung auftritt, und einer Veränderung, die tatsächlich durch Reiki verursacht wurde. Zudem sollte man auch zwischen einer unangenehmen Erfahrung, einer vorübergehenden emotionalen Reaktion und einem tatsächlichen gesundheitlichen Schaden unterscheiden.
Aus energetischer Sicht verstehe ich Reiki als eine Kraft, die Harmonie und Ausgleich unterstützt. Doch auch wenn wir davon ausgehen, dass Energie nach Harmonie strebt, bedeutet das nicht, dass jede körperliche Struktur wiederhergestellt werden kann. Ist ein Organ oder Gewebe bereits schwer geschädigt oder zerstört, kann Reiki diese Struktur nicht einfach wieder aufbauen. In einem solchen Fall kann Reiki allenfalls begleitend unterstützen, nicht aber die körperliche Regeneration garantieren.
Für mich liegt darin kein Widerspruch: Reiki selbst ist in seiner Natur nicht darauf ausgerichtet, Disharmonie oder Krankheit zu erzeugen. Es kann jedoch nicht ausnahmslos jede bestehende Erkrankung auflösen und nicht jeden Schaden rückgängig machen.
Wenn Reiki scheinbar nichts bewirkt
Nicht jeder Mensch erlebt Reiki auf die gleiche Weise. Während manche bereits während einer Anwendung Wärme, Kribbeln oder tiefe Entspannung wahrnehmen, spüren andere kaum etwas. Auch Veränderungen im eigenen Erleben oder im Alltag fallen nicht immer sofort auf.
Bedeutet das, dass Reiki bei diesen Menschen nicht wirkt? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ich habe festgestellt, dass viel davon abhängt, was ein Mensch erwartet, wie er seine eigenen Erfahrungen wahrnimmt und ob er überhaupt offen dafür ist, etwas in seinem Leben zu verändern. Manchmal nehmen Menschen durchaus Veränderungen wahr, bringen sie aber gar nicht mit Reiki in Verbindung. Und manchmal bleibt eine spürbare Veränderung tatsächlich aus.
Deshalb halte ich es für wenig sinnvoll, jedem Menschen einzureden, Reiki müsse zwangsläufig etwas bewirken. Reiki ist keine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis. Wenn jemand nichts wahrnimmt, bedeutet das weder, dass er etwas falsch macht, noch, dass er grundsätzlich nicht für Reiki zugänglich ist.

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Was ist, wenn sich dein Zustand nach Reiki zunächst verschlechtert?
Eines der häufigsten Argumente gegen Reiki ist die sogenannte Erstverschlimmerung. Manche Menschen berichten, dass sie sich nach einer Anwendung zunächst schlechter fühlen als vorher. Andere befürchten, dass durch die tiefe Entspannung unterdrückte Traumata, Ängste oder andere psychische Belastungen an die Oberfläche kommen könnten.
Eine solche Reaktion kann ein Zeichen sein, dass sich erste Blockaden lösen oder ein innerer Prozess in Gang gesetzt wird. Eine Reiki-Anwendung kann mit tiefer Entspannung verbunden sein. Dabei können Menschen zur Ruhe kommen und Gedanken oder Gefühle bewusster wahrnehmen, die im hektischen Alltag wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aus diesem Grund können vergessene oder unterdrückte Gefühle aufkommen, die im Leben zwar keinen Platz hatten, aber bereits vorhanden waren.
Eine unangenehme Erfahrung nach Reiki bedeutet also nicht automatisch, dass Reiki Schaden angerichtet hat. Sie ist aber auch kein Beweis dafür, dass gerade etwas besonders Tiefgreifendes geschieht.
Auch bei psychischen Erkrankungen sollten wir differenzieren. Menschen, die sich in einer psychisch instabilen Situation befinden, sollten nicht dazu gedrängt werden, intensive spirituelle Praktiken auszuüben. Es gibt einzelne wissenschaftliche Fallberichte über psychotische Episoden im zeitlichen Zusammenhang mit Reiki-Praxis und Meditation. Daraus lässt sich zwar nicht ableiten, dass Reiki generell Psychosen auslöst. Es zeigt aber, warum man mögliche Risiken nicht einfach pauschal ausschließen sollte. Wenn du nach einer Reiki-Anwendung merkst, dass sich dein Zustand deutlich verschlechtert, solltest du das deshalb ernst nehmen, statt es einfach als Erstverschlimmerung abzutun.
Mir ist wichtig, dass wir Reiki weder verteufeln noch idealisieren. Reiki nimmt dir deine Verantwortung und den bewussten Umgang mit dir selbst und deinen inneren Themen nicht ab.

Kann man Reiki missbrauchen?
Ja, Menschen können ihre Reiki-Praxis auf eine Weise einsetzen, die anderen schadet. Das bedeutet aber nicht, dass Reiki selbst dadurch zu etwas Negativem wird. Wenn jemand beispielsweise behauptet, er könne andere Menschen ohne ihre Zustimmung energetisch kontrollieren, ihnen Schaden zufügen oder sie nur durch eine teure Zusatzbehandlung vor angeblichen Gefahren bewahren, dann sollte man solche Aussagen kritisch hinterfragen.
Wenn ein Reiki-Praktizierender anderen Menschen Angst macht, sie unter Druck setzt oder sie davon abhält, notwendige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, liegt das Problem im Verhalten dieses Menschen. Auch spirituelle Lehrer müssen Verantwortung für das übernehmen, was sie sagen und tun. Niemand sollte dir einreden, dass du ohne eine bestimmte Person hilflos bist oder deine Ängste ausnutzen, um dich zu weiteren Behandlungen und Einweihungen zu bewegen. Außerdem sollte man niemals versprechen, mit Reiki jede Krankheit heilen zu können.
In einer Welt, in der Liebeszauber, Rituale, Flüche und Verwünschungen immer beliebter werden, wird es immer Wege geben, spirituelle Kräfte ohne Zustimmung anderer Personen einzusetzen. Menschen, die aus Unwissenheit oder auch ganz bewusst entgegen den freien Willen Energien transferieren oder abziehen, könnten auch Reiki nutzen und damit schaden. Wer auf diese Weise praktiziert, bedient sich für mich eindeutig an schwarzer Magie. Hier stellt sich dann aber die Frage, ob Reiki dafür verantwortlich ist oder nicht auch andere magische Praktiken missbraucht werden würden.
Für mich gehören Eigenverantwortung, Ehrlichkeit und ein respektvoller Umgang zu einer verantwortungsvollen Reiki-Praxis. Vor jeder Reiki-Anwendung und Einweihung frage ich um Erlaubnis und die Zustimmung, Reiki-Kanal sein zu dürfen. So stelle ich sicher, dass jede Heilerfahrung dem höchsten Wohle dient und keine unerwünschten Prozesse auftreten. Natürlich kann ich nur für mich und meine eigene Praxis sprechen, auch wenn ich mir sicher bin, dass die meisten Reiki-Meister auf eine ähnliche gewissenhafte Weise praktizieren werden. Denn ansonsten würde man nicht überall hören, dass Reiki Liebe und Licht sei.
