Raku Kei

Raku Kei – Der Pfad des Feuerdrachen

Viele Techniken, die heute mit „tibetischem Reiki“ verbunden werden, lassen sich auf Raku Kei zurückführen. Raku Kei, auch „The Way of the Fire Dragon“ genannt, vermittelt spezifische Atemübungen und Symbole, um den Feuerdrachen, eine kraftvolle, aufsteigende Energie, im Körper zu bewegen.

Raku Kei weg des feuerdrachens

Der Ursprung vieler Energiesysteme

Wer mich und meine Arbeit kennt, weiß, dass ich Reiki und andere Energiesysteme gerne bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolge. Mich interessiert nicht nur, wie ein System heute praktiziert wird, sondern auch, woher es kommt, welche Entwicklungen es durchlaufen hat und welche Elemente möglicherweise bereits in früheren Systemen vorhanden waren. Auf gleiche Weise habe ich mich auch intensiv mit dem Usui Reiki beschäftigt und versucht, so weit wie möglich zu den ursprünglichen Wurzeln und Überlieferungen zurückzugehen.

Vor einiger Zeit bin ich dann auf bekanntere Formen des sogenannten Tibetan Reiki gestoßen. Bei meiner weiteren Recherche wurde schnell deutlich, dass verschiedene dieser Systeme mit Raku Kei verbunden sind beziehungsweise spätere Entwicklungen und Abwandlungen daraus darstellen. Sogar das bekannte Tera Mai Reiki soll auf diese Form der Energiearbeit zurückgehen.

Raku Kei stammt aus den 1980er Jahren und gehört damit zu den älteren Energiesystemen, die später auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt und in andere Systeme übernommen wurden. Aus diesem Grund ist es für mich besonders spannend, denn wenn man verstehen möchte, wie sich bestimmte Reiki- und Energiesysteme entwickelt haben, führt der Weg irgendwann zwangsläufig zu ihren älteren Wurzeln. Je weiter man zurückgeht, desto näher kommt man dabei an die ursprünglichen Konzepte, Übungen und Vorstellungen heran und desto deutlicher wird auch, welche Elemente später verändert, ergänzt oder neu interpretiert wurden.

Raku Kei nimmt somit eine besondere Stellung innerhalb der Entwicklung verschiedener Reiki-Systeme ein. Das System verbindet Elemente des modernen, westlich überlieferten Usui-Reiki mit Techniken und Vorstellungen, die als tibetisch beziehungsweise aus dem tibetischen Schamanismus stammend überliefert werden.

Geschichte und Entwicklung von Raku Kei

Der Name Raku Kei wird häufig mit zwei unterschiedlichen Energiebewegungen erklärt: Raku steht für den vertikalen Energiefluss, während Kei den horizontalen Energiefluss beschreibt. Dort, wo sich beide Bewegungen kreuzen, liegt das Hara beziehungsweise das Zentrum des Körpers. Aus dieser Vorstellung ergibt die zentrale Ausrichtung des Systems, nämlich dass sich Energie sowohl entlang der vertikalen Achse des Körpers als auch quer durch ihn bewegt. Die Verbindung dieser beiden Bewegungen bildet eine Art energetisches Kreuz und verbindet Körper, Geist und die verschiedenen Ebenen des Energiesystems miteinander.

Raku kei

Raku Kei wird außerdem als „The Way of the Fire Dragon“, also der Pfad des Feuerdrachens, bezeichnet. Der Feuerdrache steht dabei für eine kraftvolle, aufsteigende Energie, die durch Atem, Konzentration und bestimmte energetische Techniken im Körper bewegt wird. Eine besondere Rolle spielen dabei die Wirbelsäule, das Hara, der Atem und das sogenannte Hui Yin, die innerhalb der Raku-Kei-Tradition allesamt mit älteren tibetischen Lehren in Verbindung gebracht werden.

Die Entstehung von Raku Kei

Im Jahr 1915 wurde Rolf Jensen, ein Sanitäter der US-Armee, nach Japan entsandt, um dort bei japanischen Ärzten zu studieren. Während seines Aufenthalts traf er den bemerkenswerten Dr. Usui und eignete sich umfassende Kenntnisse über dessen System an. 1923 kehrte Jensen in die Vereinigten Staaten zurück und integrierte Reiki in seine chiropraktische Praxis. Im Jahr 1952 entdeckte er schließlich ein Symbol, das er als Meistersymbol zur Überwindung aller Krankheiten betrachtete.

Die nachvollziehbare Geschichte des heutigen Raku Kei führt vor allem in die Reiki-Linie von Hawayo Takata, über Iris Ishikuro zu Arthur Robertson. Iris Ishikuro war eine der von Takata ausgebildeten Reiki-Meisterinnen. Nach Takatas Tod im Jahr 1980 entwickelte Iris ihre eigene Lehrweise weiter und bildete unter anderem Arthur Robertson zum Reiki-Meister aus.

Robertson beschäftigte sich neben Reiki auch mit tibetischem Schamanismus und anderen energetischen Heilmethoden, also auch jene, die von Rolf Jensen mit nach Amerika gebracht wurde. Nach seiner Ausbildung bei Iris Ishikuro verband er Elemente dieser verschiedenen Traditionen mit dem Usui-Reiki. Aus dieser Verbindung entstand das System, das er Raku Kei nannte. Dabei wurden unter anderem tibetische Symbole, der sogenannte Violet Breath beziehungsweise violette Atem, weitere energetische Techniken sowie Elemente aus dem Usui-Reiki miteinander verbunden. Robertson unterrichtete Raku Kei zunächst als eigenständiges System neben dem Usui-Reiki.

Das System hatte auch Einfluss auf spätere Entwicklungen innerhalb der westlichen Reiki-Landschaft. Ein bekanntes Beispiel ist Usui/Tibetan Reiki. William Lee Rand lernte sowohl Usui-Reiki als auch Raku Kei über Diane McCumber, die bei Arthur Robertson gelernt hatte. Aus der Verbindung beider Systeme entwickelte Rand später sein weltweit bekanntes Usui/Tibetan Reiki. Dabei übernahm er unter anderem die tibetischen Symbole und den Violet Breath aus der Raku-Kei-Tradition.

Raku Kei

Symbole und Inhalte von Raku Kei

Raku Kei wird als eine alte Wissenschaft der Selbstentwicklung und Selbstvervollkommnung verstanden, deren Ursprünge in Tibet liegen soll. Die tibetischen Lamas verwendeten Kalligrafien, um die Energie eines Heilungskonzepts sichtbar und erfahrbar zu machen. In diesem Konzept erzeugen Symbole beim Zeichnen bestimmte Schwingungen, die vom menschlichen Körper wahrgenommen werden können.

Die kalligrafischen Symbole wurden häufig großflächig auf Wandbehänge in den Klöstern gemalt, in denen die Mönche meditierten. Die Darstellung des Symbols diente dabei als Fokus für die Meditation und die damit verbundene Mantra-Arbeit. Das Mantra und das Symbol sollten miteinander in Resonanz treten und dadurch die Konzentration des Praktizierenden unterstützen. Drei dieser kalligrafischen Symbole sind im Raku Kei enthalten und wirken wie folgt:

  • Reinigung der Chakren und Aktivierung der Kundalini-Feuerenergie
  • Verankerung der aufsteigenden Energie im Körper im Hara
  • Fokus für Meditation und Harmonisierung des Energiefeldes

Neben diesen Symbolen sind auch die drei bekannten Usui Reiki-Symbole aus dem 2. Reiki-Grad sowie das Meistersymbol des 3. Grades enthalten. Dies ist übrigens auch der Grund dafür, weshalb für Raku Kei der 3. Reiki-Grad benötigt wird.

Neben der Symbolarbeit werden auch drei Mudra-Positionen gelehrt. Diese speziellen Handstellungen unterstützen die Reiki-Arbeit und helfen, spirituelle Heilung zu erreichen, den Energiefaktor zu erhöhen und eine Verbindung zum bewussten und unbewussten Geist zu schaffen.

Raku Kei

Der Atem des Feuerdrachens

Die Atemarbeit spielt eine besondere Rolle innerhalb der Raku Kei-Tradition. Sie besteht aus mehreren Schritten, die zusammen durchgeführt werden und den sogenannten Atem des Feuerdrachens ergeben. Dieser Atem, dessen Feuer durch die Raku-Energie genährt wird, beseitigt Hindernisse für einen klaren Geist, vermittelt dem Schüler Verständnis und schafft einen ungehinderten Kanal für die Einstimmung.

Seit Jahrtausenden assoziieren die orientalischen Völker den Drachen mit dem „luftigen“ oder mentalen Aspekt unserer Natur. Die Beherrschung der Drachenenergie erfordert die Kontrolle des Geistes. Aus diesem Grund haben Drachen seit jeher den Willensschwachen Furcht eingeflößt, während sie gleichzeitig Anführer und Nationen inspirierten, den Drachen als kraftvolles Symbol für Stärke und Standhaftigkeit zu akzeptieren.

Der Atem des Feuerdrachens beginnt mit der Nierenatmung. Hierbei werden die Hände über den Bereich der Nieren platziert und beim Atmen nach außen bewegt. Diese Technik hilft dabei, die Wahrnehmung der Energie im Körper zu fördern und ein Gefühl für ihren Fluss zu entwickeln. Anschließend wird die Energie mithilfe der Hui-Yin-Technik durch den Körper geführt.
Der Hui-Yin-Punkt liegt im Bereich des Perineums, also zwischen den Genitalien und dem After.
Zunächst wird die Beckenbodenmuskulatur sanft angespannt und stellt man sich vor, den Punkt innerlich nach oben zu ziehen. Die Hui-Yin-Kontraktion soll den Kreislauf der Energie durch die sogenannten Funktions- und Lenkerkanäle unterstützen.

Das System wird von der berühmten Violet Breath-Technik, mit deren Hilfe Symbole und die damit verbundene Energie übertragen werden kann, sowie der speziellen Wasserzeremonie abgerundet. Die Wasserzeremonie entspricht dem Einweihungsritual und symbolisiert die Wiedergeburt des Geistes aus dem Ätherischen in die Materie.

Raku Kei Ferneinweihung
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Raku Kei ist eine sinnvolle Ergänzung für alle, die den Ursprung vieler moderner Reiki-Schulen verstehen möchten, da viele Übungen, die in anderen Systemen angesprochen werden, hier konkretisiert werden. Zusätzlich kann es eine energetische Verstärkung darstellen und die tägliche Reiki-Praxis um weitere Symbole, Energieübungen und Breathwork ergänzen. Voraussetzung, um dieses System praktizieren zu können, ist der 3. Usui Reiki Grad.

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